RTL vs. Gamer: nächste Runde

Die Wellen schlagen hoch nach dem skandlösen Beitrag zur Gamescom in der RTL-Sendung „Explosiv“. Nachdem es heute eine Art „Mini-Hack“ (ein sog. Exploit wurde ausgenutzt) auf der RTL-Seite gab und zwischenzeitlich durch ein (höchstwahrscheinlich) gefälschtes Droh-Video das Gerücht aufkam, die berüchtigte Gruppierung „Anonymous“ habe sich der Sache angenommen und die „Operation RTL“ gestartet, hat man beim Sender scheinbar kalte Füße bekommen und sich offiziell für den Beitrag entschuldigt.
Wie man ernsthaft erwarten konnte, dass dieser Beitrag von der betroffenen Gamer-Gemeinde als „lustig“ aufgenommen werden würde, bleibt allerdings ein Rätsel. Das Thema wird von der Öffentlichkeit schon oft genug einseitig negativ oder mit Abwesenheit jeglicher Ernsthaftigkeit betrachtet. Nun hätte man die Möglichkeit gehabt, über eine richtig große Veranstaltung (ca. 270000 Besucher), auf der Menschen zusammenkommen, um fröhlich und friedlich ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen, zu berichten. Stattdessen verunglimpft man die gesamte Thematik in einer fünfminütigen Frechheit. Das ist dann wohl auch eine Leistung.

Auch der verantwortliche Redakteur, der in den letzten Tagen durch weitere hirnlose Äußerungen („[…]Gamescom-Besucher und Computerspieler sind ein humorloser Menschenschlag“, „Ich glaube, die ganzen Daddel-Freaks bei der Gamescom sind direkt aus Wacken hierher gereist. Die sehen so aus. Und riechen so.“) aufgefallen war, entschuldigte sich auf seinem Facebookprofil. Dass er das wohl nicht aufgrund eines plötzlichen Intelligenzzuwachses, sondern durch Druck von der Chefetage getan hat, ist allerdings auch klar.

Programmbeschwerde.de meldete unterdessen, dass mittlerweile 6800 Beschwerden zum Beitrag eingegangen seien und die zuständige Landesmedienanstalt informiert wurde.

Wir bleiben gespannt, wie sich die Geschichte noch entwickelt. Klar ist: RTL hat nicht damit gerechnet, eine derart geschlossene Empörung in der Gaming-Szene – die man scheinbar auch in ihrer Größe unterschätzt hat – hervorzurufen. Derweil noch zwei weitere lesen- bzw. sehenswerte Links zum Thema:

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