7 Grand Steps: Ein antiker Spielautomat

7 Grand Steps von Mousechief wird als bunte Mischung aus Civilization, Puzzle Quest, Oregon Trail und King Of Dragon Pass vorgestellt und befindet sich momentan in der Betaphase für PC und MAC (sofortiger Zugang kann für 10$ erworben werden, eine verkürzte kostenlose Demo steht ebenfalls zum Download bereit). Alles nur blankes „Name Dropping“? Eigentlich nicht. Vielmehr der Versuch, ein einzigartiges und innovatives Spiel anhand alter Bekannter zu beschreiben.

Familienduell

Im Spiel misst sich der Spieler bzw. dessen Familie beginnend in der Kupferzeit mit diversen NPC-Familien. Der Maßstab sind dabei die erreichten Legenden auf sozialer, wissenschaftlicher und heldenhafter Ebene. Der Zivilisationsaspekt ist daher vor allem thematisch gegeben, auch wenn sich hier der größte Teil des Spiels auf familiärer Ebene abspielt.

7GrandSteps

Mechanisch gesehen gibt sich 7 Grand Steps wie ein antiker Spielautomat: Es werden kleine runde Tokens – wohl die einzige Gemeinsamkeit mit dem wesentlich glückslastigeren Puzzle Quest –  in dafür vorgesehene Slots verteilt, um so Ehemann und -frau eurer Familie zu aktivieren bzw. deren Kindern – die sich nicht direkt auf dem „Spielbrett“ befinden – etwas beizubringen.  Je nachdem, welches Symbol die eingeworfene Münze zeigt, rückt eure Figur einmal pro Runde auf das nächste entsprechende Feld vor. Und dieses Vorankommen ist – genau wie in Oregon Trail, obwohl diese Mechanik noch viel eher an das kürzlich veröffentlichte Brettspiel Tokaido erinnert – auch bitter nötig, um nicht von den Krokodilen verspeist zu werden, die jede Runde näher rücken. Der Clou: Durch Einwurf des großen, eckigen Tokens oben links auf dem Screen können Familienmitglieder dazu bewegt  werden, neue Tokens zu produzieren, wobei sie allerdings bis zum nächsten Menschen auf der Wegstrecke zurückfallen. Somit entsteht ein immerwährender Konflikt mit hochinteressanten Entscheidungen: Auf der einen Seite die Krokodile auf der anderen die Token-Not. Übrigens: Die bunten Münzen sollten auf dem Weg auch noch eingesammelt werden, denn nur so kommt die Familie zu den begehrten Legenden. Taktisch geschicktes Ausnutzen des zufälligen Pfades ist daher ein absolutes Muss.

Legenden

Von besagten Legenden gibt es drei verschiedene Typen: Sozialer Fortschritt führt die Familie auf die nächsthöhere Stufe des Spielbrettes. Diese enthält mehr Felder und gibt dem Spieler somit länger Zeit, bevor eine Generation sich dem Ende neigt – und somit auch mehr Zeit, um die Kinder vernünftig auszubilden, die die nächste Generation anführen sollen (jeder Charakter hat Skills, die angeben, wie wahrscheinlich es ist, beim Herstellen bestimmte Tokens zu erhalten). Übrigens: Wer die Geschwister ungleich behandelt säht Zwietracht und darf sich in der kommenden Generation über negative Zufallsereignisse ärgern. Wer die höchste soziale Stufe erreicht, darf sich darüber hinaus an speziellen Herrscher-Minispielen versuchen. Ein weiterer Legendentyp sind die heroischen Taten, die allgemeine Boni (wie zusätzliche Tokens oder Bonus-Legendenpunkte) einbringen. Zuletzt gibt es außerdem wissenschaftliche Entdeckungen, die eine bestimmte Token-Art ersetzen (z.B. die Schrift durch Papyrus) und euch einen gehörigen Startvorteil auf diesem Gebiet verschaffen.

Jede noch so erfolgreiche Generation findet jedoch unweigerlich ihr Ende nach einer bestimmten Anzahl an Runden. Dann wird an das begabteste Kind übergeben, das durch einen zufällig ausgewählten Ritus ins Erwachsenenleben geführt wird. Hier kommen die Einflüsse von King Of Dragon Pass ins Spiel, denn die Riten bzw. auch weitere Zufallsereignisse im Spielverlauf werden rein textuell präsentiert und sind häufig mit mehreren Reaktionsmöglichkeiten des Spielers verbunden. Laut Entwickler wurden insgesamt ungefähr zwei Romane an Text für das Spiel verfasst, was dementsprechend einen Großteil der mehrjährigen Entwicklungszeit verschlang.

Solitär

7 Grand Steps fühlt sich an wie ein Brettspiel, ist aber rein solitärer Natur: Die Widersacher bzw. Nachbarsfamilien sind nicht gleichwertige KI-Spieler, sondern lediglich dunkle Schatten, die dem Spieler das Erlangen von Legendenpunkten erschweren, aber auch zusätzliche Möglichkeiten hinsichtlich der Tokenproduktion bieten. Der wichtigste Aspekt von Solitärspielen sind die bestenfalls hochinteressanten Entscheidungen in jedem Zug. Und genau diese sind hier an der steten Tagesordnung. Es ist immer ein Abwägen zwischen Voranstürmen, Produzieren, Punktesammeln und dem Trainieren der nächsten Generation. Die zufälligen Choose-Your-Own-Adventure-artigen Zwischenspiele tun ihr übriges, um die Geschichte der Familie zu formen und jedes mal aufs Neue interessant zu gestalten.

Für alle, die sich unter dem Spiel noch immer nichts vorstellen können bzw. auch für alle anderen gilt: Demo ausprobieren und selbst ein Bild machen von diesem innovativen und andersartigen Spiel. Alternative: YouTube.

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