Album des Monats Juni 2012

Juli 1, 2012

Luca Turilli’s Rhapsody – Ascending To Infinity

Während man nach dem Split von Rhapsody Of Fire noch nicht weiß, wie es bei ebendiesen weitergehen wird, zieht Mastermind Luca Turilli also sein eigenes Rhapsody-Ding durch. In typisch cinematischer Bombast-Metal-Manier mit allerlei Ausflügen in neoklassische, teils gar opernhafte, Gefilde präsentieren Turilli und Co. sich in bester Verfassung. Es scheint tatsächlich wie eine Befreiung aus dem Kreativ-Korsett der Fantasy-Stories, die zuletzt unter dem Banner von Rhapsody of Fire mehr oder weniger nur noch einigermaßen vernünftig zu Ende gebracht werden musste. Mit „seinen“ Rhapsody kann Turilli sich nun textlich und auch musikalisch vollkommen ausleben und das tut der Qualität des Materials unheimlich gut. Schon beim speedigen Opener und Titeltrack des Albums wird deutlich, dass die turillischen Gänsehautmelodien wieder da sind. Auch in Sachen Komplexität lässt sich der Virtuose nicht lumpen und baut, neben den obligatorischen Breaks, Gitarren- und Keyboardsoli in allen Songs, mit „Excalibur“ sowie „Dark Fate Of Atlantis“ gleich zwei überdurchschnittlich lange Songs in die Tracklist ein. Das finale „Of Michael The Archangel And Lucifer’s Fall“ ist schließlich sogar ganze 16 Minuten lang und durchläuft im Schnelldurchgang erneut alle Aspekte, die Rhapsody seit jeher auszeichnen. Inhaber der limitierten Version des Albums dürfen sich danach noch über das sehr gut gelungene Helloween-Cover „March Of Time“ freuen, anhand dessen auch noch einmal das immense Können und Talent des neuen Sängers – und klassisch ausgebildeten Tenors – Alessandro Conti deutlich wird. Man könnte ihn in einigen Momenten beinahe mit dem jungen Michael Kiske verwechseln.

Reinhören im Trailer!


Album des Monats Februar 2012

März 1, 2012

So mitten ins Gesicht wie dieses Album klingt, gibt es auch den Titel und damit die Siegerverkündung für das Album des Monats Februar 2012:

Kreator – Enemy Of God

Der 2004er Release der deutschen Thrash-Metal-Legenden strotzt nur so vor positiver Aggression. Das machen bereits der Titeltrack als Opener und dessen Nachfolger „Impossible Brutality“ unmissverständlich klar. Außerdem gibt man sich bei Kreator ja nun schon eine ganze Weile ziemlich politisch und antireligiös, was sich auch in hier durch das ganze Album zieht („Suicide Terrorist“, „World Anarchy“, „One Evil Comes – A Million Follow“ etc.). Weitere absolute Highlights hat man gegen Ende des Albums im Gepäck: „Under A Total Blackened Sky“ glänzt mit einer genialen Refrainmelodie, die stark an Iron Maidens beste Tage erinnert, während der Rausschmeißer „The Ancient Plague“ keine Gefangenen macht und ein hochwertiges Riffgewitter sondergleichen abbrennt. Leider wiederholen bzw. wiederholten sich Kreator zu oft, um mich wirklich dauerhaft zu begeistern, aber hin und wieder geht nichts über die volle – und doch melodische – Thrash-Breitseite. Am liebsten mit diesem Album oder seinem Vorgänger „Violent Revolution“.